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Historische Friedensforschung ist seit langen Jahren ein Arbeitsschwerpunkt der Stiftung. Projekte werden meist unter Federführung des Arbeitskreises Historische Friedensforschung (AKHF) durchgeführt. Darüber hinaus werden auch Veröffentlichungen auf Antrag von Historikerinnen und Historikern gefördert.

Arbeitskreis Historische Friedensforschung

Der Arbeitskreis Historische Friedensforschung ist 1983 auf Initiative von Prof. Karl Holl unter Mitwirkung von schwelle-Gründungsstifter Dr. Dirk Heinrichs initiiert worden und heute ein Zusammenschluss von ca. 100 Historikerinnen und Historikern. Das Forschungsinteresse der Mitglieder des Arbeitskreises ist die Frage, ob und wie aus der Geschichte etwas gelernt werden kann, für die Sache des immer gefährdeten Friedens. Seine Arbeit insgesamt und spezielle Forschungsprojekte sind von der schwelle immer wieder finanziell unterstützt worden.

Das aktuelle Forschungsprojekt des AKHF unter der Leitung von Detlef Bald und Wolfram Wette, an dem die Stiftung personell und finanziell beteiligt ist, steht unter dem Titel: „Friedensinitiativen in Deutschland in der Frühzeit des Kalten Krieges“. Eine Vielzahl von Historikern sind daran beteiligt, ein erster Workshop fand im Frühjahr 2007 in Freiburg statt, ein zweiter während der der Jahrestagung des AKHF im November 2007 in Bremen und ein 3. Workshop im März 2008, wieder in der Katholischen Akademie Freiburg. Im August 2008 erschien eine erste Veröffentlichung unter dem Titel: „Alternativen zur Wiederbewaffnung“ im Essener Klartextverlag mit 11 Beiträgen. Weitere Tagungen und Veröffentlichungen sind für 2009 und 2010 vorgesehen.

die schwelle führte gemeinsam mit dem Arbeitskreis über einige Jahre das Forschungsprojekt „Empörte, Helfer und Retter aus den Reihen der Wehrmacht 1933-45“ durch, unter der Leitung von Prof. Wolfram Wette und Dr. Detlef Bald. Dabei wurden Angehörige der deutschen Wehrmacht ausfindig gemacht, die sich in der Zeit des Nationalsozialismus, besonders während des Zweiten Weltkrieges, über den Vernichtungskrieg und das rassistische Mordprogramm empörten, sich ihnen widersetzten, oder zu Helfern und Rettern von Juden oder Angehörigen anderer Verfolgtengruppen wurden. Dazu hat Wolfram Wette im Januar 2011 einen Vortrag gehalten, den Sie hier nachlesen können. Auch in die Berliner Gedenkstätte "Stille Helden", fließt diese Arbei ein.

Viele Jahre vertrat schwelle-Gründungsstifter Dirk Heinrichs die schwelle in dem Arbeitskreis, seit 2001 ist Reinhard Jung der schwelle-Vertreter. Dirk Heinrichs selbst befasste sich mit den Nachlässen von zwei Offizieren im Hinblick auf ihre nachweislichen Rettungen von Juden und verfolgten Polen. Es handelt sich um Oberstleutnant Schulze-Bernett, einem Abwehroffizier in Den Haag und um Hauptmann d. R. Wilm Hosenfeld, der in Warschau stationiert war und vom Staat Israel postum als Gerechter unter den Völkern geehrt wurde. Insgesamt handelt es sich um rund hundert Vertreter eines „aktiven Anstands“. Sie sind zwar angesichts von 19 Millionen Wehrmachtsangehörigen nur eine winzige Minderheit, zeigen aber – ohne dass damit eine Reinwaschung der Institution Wehrmacht intendiert ist – dass es zum bedingungslosen Gehorsam gegenüber verbrecherischen Befehlen eine Alternative gab. Dabei wurden nicht nur die Rettungstaten solcher Wehrmachtangehörigen ermittelt, sondern auch der Frage nachgegangen werden, aus welchen geistigen oder moralischen Kräften dieser Widerstand gespeist hat.

Weitere Informationen finden Sie auf der web-Seite des Arbeitskreises Historische Friedensforschung: www.akhf.de