Preisträger aus Polen, Israel und Palästina und Deutschland
Der erste internationale Bremer Friedenspreis wurde an Menschen verliehen, die durch Mut und unerbittlichem Einsatz für Frieden, Menschenrecht und Versöhnung arbeiten
Kategorie "Die unbekannte Friedensarbeiterin": Schwester Weronika Sakowska
Sie gehört dem katholischen Orden der Pallotinerinnen an und stammt aus Polen. Schwester Weronika Sakowska arbeitet seit fast zehn Jahren in einem Lager für Flüchtlinge des Genozids in Ruanda (jetzt in der Nähe von Goma, D.R.Kongo). Dort hat sie ein Ernährungs- und Gesundheitszentrum aufgebaut, um vor allem den Waisenkindern in diesem Gebiet eine minimale medizinische Versorgung und Ernährung zu geben. Sr Weronika hat in einer Situation, in der nur noch Hoffnungslosigkeit, Krankheit und Tod die Übermacht hatten und haben, durch ihren persönlichen Einsatz Menschen, insbesondere Kindern neue Hoffnung gegeben, viele vor dem Verhungern und Tod durch Krankheiten bewahrt und ihnen mit der Einrichtung von Schulen eine neue Perspektive jenseits von Krieg und Gewalt ermöglicht.
Kategorie "Beispielhafte Initiative": Parents Circle - Families Forum
Parents Circle ist ein palästinensisch-israelischer Zusammenschluss von Eltern, die ihre Kinder bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen im Mittleren Osten verloren haben. Die Mitglieder stehen in ihrer Trauer zusammen und sensibilisieren durch verschiedene Aktivitäten die Öffentlichkeit im Mittleren Osten für eine gerechte Friedensregelung zwischen Israel und Palästina. Die hohe Betroffenheit, die sich im Schicksal ihrer gestorbenen Kinder ausdrückt, nehmen sie als besondere Legitimation, die Öffentlichkeit von der Unsinnigkeit weiteren Blutvergießens zu überzeugen und um deutlich zu machen, dass es auch in den verfeindeten Lagern letztlich Menschen mit Trauer und Ängsten, aber auch Versöhnungsbereitschaft gibt.
Kategorie "Öffentliches Wirken": Hans Graf von Sponeck
Hans v. Sponeck, geboren 1939 in Bremen, war zuletzt im Rang eines Beigeordneten UN-Generalsekretärs für das Programm „Öl für Nahrungsmittel" verantwortlich. Im Jahr 2000 trat er von diesem Amt zurück und aus den Diensten der UNO aus, aus Protest gegen die Sanktionspolitik des Sicherheitsrates und insbesondere der USA, die verantwortlich war für das Sterben mehrer hunderttausender irakischer Kinder. Seitdem hat er sich mit großer öffentlicher Resonanz für eine Politik der Völkergemeinschaft gegenüber dem irakischen Volk eingesetzt, die der Bevölkerung des Iraks dient und den Prinzipien der Menschenrechte entspricht. Zuletzt war er einer der entschiedenen und kompetenten Gegner des Irakkrieges im Namen des Völkerrechtes und der Menschenrechte.


