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Die Ausstellung "Breaking the Silence. Zeugnisse einer Besatzung – Israelische Soldaten berichten" in Berlin war ganz besonders. In ihrem Mittelpunkt standen nicht die Exponate - etwa 100 private Fotos von israelischen Soldaten aus den besetzten Gebieten - sondern vielmehr einige der Menschen, die hinter diesen Fotos stehen: ehemalige Soldaten, die jetzt als Mitglieder von Breaking the Silence ihr Schweigen über die Besatzungsrealitäten brechen. Im Willy-Brandt-Haus führten drei Reservisten der israelischen Armee Tausende von Interessierten durch die Ausstellung. Anhand der Fotos erzählten sie, wie der Alltag einer lang anhaltenden Besatzung der palästinensischen Gebiete aussieht, wie sich militärische Angriffe und Straßensperren auf die Zivilbevölkerung auswirken. Und gleichzeitig war jede Führung auch eine persönliche Reise, in der Tal Wasser, Nadav Weiman und Nadav Bigelman erzählten, wie sie selber nachts durch die Gassen patrouillierten, Ausgangssperren durchsetzten oder in private Häuser eindrangen. Für Zuschauer wie Aktivisten bedeutete dies eine sehr intensive Erfahrung.

Nadav Weiman etwa, im Hauptberuf Grundschullehrer und zum ersten Mal als Aktivist im Ausland, ist wieder zuhause in Tel Aviv noch immer aufgewühlt, wenn er von seinen Begegnungen mit dem Berliner Publikum spricht. Gewöhnlich spricht er vor einem israelischen Publikum, denn ihm und Breaking the Silence geht es vorwiegend um Aufklärung der eigenen Gesellschaft: "Was israelische Zuschauer oft Schulter zuckend zu Kenntnis nehmen, bewegte die Menschen in Berlin sehr. Egal ob es jüdische Touristen aus den USA, Berliner Studenten oder ältere Damen waren – keiner blieb unberührt." Doch eben dieser Blick von Außen hat ihm auch verstehen lassen, wie wichtig die eigene Arbeit ist, für ein anderes Israel zu kämpfen. Eine andere Erfahrung ließ ihn Hoffnung schöpfen: "Zum ersten Mal im Leben bin in Berlin Menschen aus arabischen Ländern begegnet, aus dem Libanon, Ägypten und Marokko. Theoretisch wusste ich es ja schon, aber jetzt habe ich hautnah erleben können, dass ein friedlicher Naher Osten sehr wohl möglich ist, weil wir uns ganz 'normal' und ohne Vorurteile begegnen konnten." Auch Nadav Bigelmann bestätigt das: "Das stimmt vor allem, wenn ich an unsere Erfahrungen mit den palästinensischen Besuchern denke. Teilweise kamen sie am nächsten Tag wieder und brachten Kommilitonen oder Freunde mit. Vor allem ist mir ein alter Palästinenser in Erinnerung geblieben. Er wurde aus seiner Heimatstadt Haifa 1948 vertrieben und floh nach Jenin im Westjordanland, das 1967 durch Israel erobert wurde. Daraufhin kam er nach Deutschland. Dieser Mann, der zwei Mal seine Heimat verlor, sagte uns in Tränen, wir wären die Hoffnung für beide Völker und die besten Botschafter Israels in der Welt."