Bremer Friedenspreis > Friedenspreis 2011
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Preisträger aus Bosnien, Sri Lanka und Bremen

Ein bosnischer Imam, eine Menschenrechtlerin aus Sri Lanka und das Kooperationsprojekt "Du hast immer eine Wahl" der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, der Gesamtschule Ost und vieler Projekte und Bewohner im Stadtteil Tenever haben eines gemeinsam: Sie sind Gewinner des fünften Internationalen Bremer Friedenspreises 2011.

Als „Unbekannter Friedensarbeiter“ wird der bosnische Imam Vahidin Omanovic geehrt. Der einstige Kriegsflüchtling leitet heute ein Friedenszentrum in der Stadt Sanski Most. Auch 15 Jahre nach Ende des Bosnienkrieges sind dort noch immer viele Menschen traumatisiert. In jährlichen Friedenscamps bringt Omanovic katholische kroatische, orthodoxe serbische und muslimische Bosnier zusammen. In einem geschützten Rahmen sprechen sie über quälende Kriegserinnerungen, arbeiten diese auf, beten gemeinsam und erkunden Wege der Versöhnung.

Für ihr öffentliches Wirken für Frieden und Gerechtigkeit zeichnet die Stiftung Shreen Abdul Saroor aus Sri Lanka aus. Die Muslimin, die einst selbst aus ihrer Heimat vertrieben wurde, setzt sich als begabte Netzwerkerin seit Jahren für Demokratie und Aussöhnung der verfeindeten ethnisch-religiösen Gruppen im Norden Sri Lankas ein. In der von Elend und Kriegsverwüstungen geprägten Region macht sie sich insbesondere für Frauen stark, die Opfer von Gewalt und Ausgrenzung geworden sind. Mit Engagement und Empathie ermutigt sie die Frauen, sich ihrer Rechte bewusst zu werden und sie zu verteidigen.

Als beispielhafte Initiative zeichnet die schwelle das kulturelle "Kooperationsprojekt OTe: Du hast immer eine Wahl" aus, das die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen und die Gesamtschule Ost zusammen mit vielen Partnern im benachteiligten Bremer Stadtteil Osterholz-Tenever initiiert haben. Schüler aus verschiedenen Kulturen und Religionen proben dabei gemeinsam mit Profimusikern des international renommierten Orchesters und anderen Künstlern; Menschen und Initiativen aus Tenever begleiten sie dabei als Paten. Mit Spaß und Leidenschaft erarbeiten die Jugendlichen vielbeachtete musikalisch-szenische Inszenierungen – und stärken ganz nebenbei ihre Teamfähigkeit und ihr Selbstbewusstsein.

Für das Kuratorium der Stiftung war die Auswahl der Preisträger in diesem Jahr eine besondere Herausforderung: "Wir haben diesmal 90 beeindruckende Vorschläge aus aller Welt bekommen", sagt der Stiftungsvorsitzende Reinhard Jung. "Die Auswahl war diesmal so schwer wie noch nie zuvor." Neben den drei Preisträgern stellt die Stiftung 25 weitere auszeichnungswürdige Persönlichkeiten und Projekte in einer Broschüre vor.