Frauenförderung, Zirkuspädagogik und Rosenakhaus in Bremen
Für Projekte, die vom Vorstand und Beirat der schwelle als besonders förderungswürdig und in inhaltlicher und geographischer Nähe zu unseren eigenen Projekten bewertet wurden, gab die Stiftung die schwelle 24.600 Euro im Haushaltsjahr 2009.

Circus Behind the Wall – Palestinian Circus School
Zirkuskunst ist ein wirkungsvoller Weg, um Kinder und Jugendliche sowohl körperlich, geistig als auch gesellschaftlich fit zu machen. Dies stellt ein wichtiges Handwerkszeug in einer Welt dar, in der Konflikte, Gewalt, Verlust und Unfreiheit das Leben eines jeden Menschen prägen. Davon sind die Gründer der Palestinian Circus School überzeugt und unterrichten 80 Kinder und Jugendliche in der Zirkusschule in Ramallah.
Beim Internationalen Jugend-Circus-Festival in Bremen traten acht palästinensiche Jugendliche mit der Show "Circus Behind the Wall" auf, die die alltägliche Realität der palästinensischen Bevölkerung zeigt: Trennung von ihren Familien, ihrem Land und dem Wasser durch die große Mauer. Sie reflektieren mit der Show eigene Erfahrungen und Hindernisse, die ihnen als Palästinenser alltäglich begegnen.
die schwelle hat die Fahrtkosten für die Palästinensischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer übernommen.
Church and Peace – internationale ökumenische Konferenz
Das Netzwerk Church and Peace blickt mittlerweile auf eine 60 jährige Geschichte als ökumenisches friedenskirchliches Netzwerk zurück. Zu diesem Anlass wurde im Juni eine internationale Konferenz veranstaltet, unter dem Thema „Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens – 60 Jahre Friedenszeugnis und ökumenischer Dialog“. Die Teilnehmer kamen aus 10 europäischen, 2 afrikanischen Ländern, aus Kanada und den USA.
Seit vielen Jahren sind die Kontakte von Church and Peace in Ost- und Südosteuropa und die Begleitung der dortigen Friedensprozesse von großer Bedeutung. Wenn die Konferenzteilnehmer aus diesen Ländern ihre Erfahrungen einbringen, wird deutlich, dass es zur Aufarbeitung der jahrzehntelangen Konflikte noch ein langer und schwieriger Weg ist. Die Stiftung die schwelle hat die Fahrt- und Tagungskosten der ost- und südosteuropäischen Teilnehmer übernommen.
IRSH – Gleichberechtigung in Albanien
In Albanien existieren die traditionellen Beziehungsverhältnisse und die traditionelle Gesellschaftsstruktur auch heute noch. Das zeigt sich für die weibliche Bevölkerung des Landes in beschränktem Zugang zu Führungspositionen und Beschäftigung, Bildung und Gesundheit, geringerem Einkommen sowie in häuslicher Gewalt und Frauenhandel. Gesellschaftliche Einstellungen, die Frauen einen sekundären Platz zuweisen und diese vom öffentlichen Leben und von Entscheidungsfunktionen und damit auch von politischen Ämtern fernhalten, bestimmen den Alltag sehr.
Die Organisation IRSH aus der nordalbanischen Stadt Shkodra hat im Umfeld der Parlamentswahlen im Juni 2009 Workshops und Trainings für junge Frauen und Männer angeboten, um junge Frauen für das politische Geschehen m Land zu interessieren und mit Jugendlichen in Albanien zur Gleichberechtigung von Frauen und Männern zu arbeiten.
Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von IRSH engagieren sich aktuell besonders auch in der Nothilfe der Überschwemmungskatastrophe vom Januar 2010.
Blaumeier – Heimat im Fotoprojekt
Was ist Heimat? Der Geburtsort? Oder mehr? Zufluchtsort? Allgemeingültig oder individuell verschieden?
15 behinderte und nicht-behinderte Künstlerinnen und Künstler geben ihrem individuellen Verständnis von Heimat durch Schwarz-Weiß-Photographien Ausdruck und Form. Sie machen ihre individuelle Heimat durch Photographien für andere sichtbar und verständlich. Ein Projekt vom Blaumeier Atelier, das von der schwelle über zwei Jahre gefördert wird.
1. Arbeitsphase: Heimatstadt Bremen (März 2009 bis September 2009)
2. Arbeitsphase: Wo fühle ich mich heimatlich verbunden? (Oktober 09 bis April 2010)
3. Arbeitsphase: Abschied von der Heimat und Rückkehr (Mai 2010)
4. Arbeitsphase: Resümee (Mai 2010 bis Februar 2011)

Internationaler Versöhnungsbund – Konfliktbearbeitung Togo
Wenn man in einem Land wie Togo von Versöhnung spricht, ist das eine enorme Herausforderung, sowohl auf persönlicher wie gesellschaftlicher Ebene. Der französische und togolesische Zweig des Internationalen Versöhnungsbundes haben mit Unterstützung der schwelle eine Fortbildung für Schülerinnen und Schüler angeboten unter dem Titel: „Jung – und schon Mediator“.
48 Personen waren an dieser Fortbildung beteiligt: 30 Jugendliche, die aus verschiedenen Friedensgruppen der Privatschulen in Atakpamé ausgewählt wurden, 17 Professoren und Eltern, die dem Versöhnungsbund in Togo nahe stehen und die Jugendlichen im Sinne der Fortbildung bei der Umsetzung unterstützen wollen und ein Mitglied des Versöhnungsbundes Kongo, der selbst dort mit Jugendlichen in einem vergleichbaren Kontext arbeitet.

Gedenk- und Begegnungsstätte Rosenak-Haus
In der Gartenstraße 6 (heute Kolpingstraße) befand sich seit 1876 die Synagoge der Israelitischen Gemeinde Bremen. Selbstbewusst präsentierte sich das religiöse jüdische Leben im Zentrum der Stadt. 1926 wurde die Synagoge aufwendig renoviert, 1927 richtete die Gemeinde auf dem Nachbargrundstück ein Gemeindehaus ein, benannt nach dem hochangesehenen ersten Rabbiner Dr. Leopold Rosenak (1868-1923). Im November 1938 wurde die Synagoge von SA-Männern in der „Reichsprogromnacht“ bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Heute ist von der Synagoge lediglich das Kellergewölbe erhalten. Das Rosenak-Haus jedoch überstand die Brandstiftung unversehrt und blieb in der Substanz erhalten.
Der Verein „Rosenak-Haus: Erinnern – Aufklären – Begegnen“ hat 2009 verschieden Projekte realisiert, die auch von der schwelle unterstützt wurden: Unter dem Titel „Auf den Spuren jüdischen Lebens“ erarbeiteten Schülerinnen und Schüler eine Stadtteilführung in Bremen-Walle, in dem sie einen persönlichen Zugang zur bremisch-jüdischen Geschichte im eigenen Stadtteil fanden. Von März bis August veranstaltete der Verein eine Vortragsreihe unter dem Titel: „…antisemitisch bis in die Knochen…“.
Broschüre Rüstungsstandort Bremen
Kriege und militärische Einsätze lösen keine politischen Probleme, sondern fordern stattdessen zahllose zivile Opfer. Das Geld für Rüstungszwecke fehlt dringend bei Sozialem, Bildung, Infrastruktur, Gesundheit und Kultur. Auch fast zwanzig Jahre nach Ende des Kalten Krieges gehört Bremen zu den bedeutenden Rüstungszentren in Deutschland. Mit der Förderung von Rüstungsprodukten leistet Bremen einen wichtigen Beitrag zur Militarisierung der deutschen Außenpolitik. Verschiedene Autorinnen und Autoren haben eine Broschüre zum Rüstungsstandort Bremen herausgegeben: „Erlebnisland als Lieferant der Zutaten für Kriege“. Herausgeber sind die Bremische Stiftung für Rüstungskonversion und Friedensforschung, das Bremer Friedensforum, die Abrüstungsinitiative Bremer Kirchengemeinden, die DFG-VK Bremen und die Rosa-Luxenburg-Stiftung Bremen
Die Stiftung die schwelle hat einen Zuschuss für die Druckkosten gewährt.




