
- v.l.n.r.: Alonso Cardona, Glorai Alzate (Conciudadania), Wolfgang Kessler, Bassam Aramin, Reinhard Jung (Vorstandsvorsitzender der Stiftung die schwelle)
Preisträger aus Palästina, Kolumbien und Deutschland
Den Bremer Friedenspreis 2007 haben Menschen und Organisationen bekommen, die sich mit ihrem Wirken für Versöhnung und gewaltfreies Miteinander einsetzen.
Der Palästinenser Bassam Aramin bekam den Preis in der Kategorie „Unbekannter Friedensarbeiter“ für seine Versöhnungsarbeit im Nahen Osten. Aramin ist ein ehemaliger Fatah-Kämpfer, der mit 16 Jahren in israelische Gefangenschaft geriet. Doch die mehr als siebenjährige Haft in Hebron verstärkte seinen Hass auf Israel keineswegs. Im Gegenteil. Heute gehört der 39-Jährige zu den treibenden Kräften der israelisch-palästinensischen Friedensinitiative „Combatants for Peace“. Auch der Tod seiner zehnjährigen Tochter Abir, die von israelischen Grenzsoldaten erschossen wurde, hat seine Friedenappelle nicht verstummen lassen.
Die kolumbianische Organisation Conciudadanía („Bürgerrecht für alle“) wird als beispielhafte Initiative ausgezeichnet. Sie wurde vor 16 Jahren von engagierten Privatleuten gegründet, die sich mit der Gewalt des Bürgerkriegs nicht abfinden wollten. Dessen Brutalität geht in Kolumbien längst nicht nur von bewaffneten Einheiten aus, sondern prägt auch den privaten Umgang der Menschen miteinander. Dort setzt „Conciudadanía“ an. Die Organisation erarbeitet mit Bewohnern von 40 Gemeinden erfolgreich Wege der friedlichen Konfliktlösung. Ebenso engagiert kümmert sie sich um traumatisierte Bürgerkriegsopfer und um die gesellschaftliche Wiedereingliederung einstiger Paramilitärs.
Den Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Wolfgang Kessler ehrt die Stiftung für seinen öffentlichen Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Kessler, geboren 1953, arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Publizist und ist Chefredakteur der christlichen Zeitschrift „Publik Forum“. In seinen Vorträgen und Büchern wie „Weltbeben – Auswege aus der Globalisierungsfalle“ treibt ihn vor allem die Frage nach einer Wirtschaft um, die für die Menschen da ist – und nicht umgekehrt.
Bremens Altbürgermeister und Friedenspreis-Schirmherr Hans Koschnick hat die Auszeichnungen am 16. November 2007 in der Oberen Rathaushalle überreicht. Der Internationale Bremer Friedenspreis ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert und wird seit 2003 alle zwei Jahre in drei Kategorien von der Stiftung die schwelle verliehen.
Die Preisträger und 22 weitere nominierte Personen und Organisationen werden in der Begleitbroschüre vorgestellt: Bremer Friedenspreis 2007. Vom Mut, Schwellen zu überschreiten. Sie können die Broschüre hier als pdf-Datei herunterladen.
In der Zeitschrift Publik Forum (www.publik-forum.de) ist ein Artikel über die Preisträger erschienen, den Sie hier als pdf-Datei lesen können.


